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09. März 2012
- 02. Oktober 2012 Reinhardtsgrimma,
Schloss
Erinnern
und Entdecken Malerei
und Grafik von Ulla Andersson
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 Blick
vom Balkon (Zielona
Gora),
2009 Foto: Dr.J.Lademann
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Ulla
Andersson
liebt
überschaubare Motive, nützliche
Dinge in ihrer Zweckbezogenheit,
Menschen bei Alltagsbegegnungen.
Sie arbeitet selten direkt
vor der Natur, will keine
bloßen Abbilder schaffen.
Sie sucht nach dem Wesen
von Menschen und Dingen,
sucht das Besondere auch
in Häusern und Landschaften
und findet das Einfache.
Sie verdichtet, gibt Eigenes
dazu und setzt es in verschiedenen
Techniken um: hier vor allem
in Kaltnadelradierungen,
Acrylmalerei oder ihren
geheimnisvollen Mischtechniken,
wenn sie ältere Arbeiten,
beispielsweise Lithografien,
übermalt und mit Collageelementen
beklebt. Dann entstehen
völlig neue Bilder in klar
überschaubaren Kompositionen,
meist schwarzkonturiert
nach Beckmannscher Art und
in warmtonigen Farben. Durch
die bis ins formelhafte
gesteigerte Reduktion, den
weitgehenden Verzicht auf
Binnenzeichnung und Details,
wachsen ihre Arbeiten zu
Bildern von zeitloser Poesie. Sie
besingt, möchte man meinen,
die Kraft und die herbe
Schönheit des einfachen,
bodenständigen Lebens –
so, wie Friederike Mayröcker
1995 schrieb:
„was
brauchst du?" einen
Baum ein Haus zu ermessen
wie groß wie klein das Leben
als Mensch
du
brauchst einen Baum du brauchst
ein Haus keines für dich
allein nur einen Winkel
ein Dach zu sitzen zu
denken zu schlafen zu träumen
zu schreiben zu schweigen
zu sehen den Freund die
Gestirne das Gras die Blume
den Himmel“
Biografie:
Ulla
Andersson, in Gera geboren,
kam 1962 nach Dresden. Sie
studierte an der Pädagogischen
Hochschule Deutsch und Kunsterziehung,
unter anderen bei Gerhard
Kettner. Danach war sie
lange in ihrem bisherigen
Beruf als Buchhändlerin
im Dresdner Kunstsalon tätig.
Nebenher malte und zeichnete
sie in verschiedenen Zirkeln,
befasste sich mit druckgrafischen
Techniken, wie der Lithographie
und fand 1989 Aufnahme in
den Verband Bildender Künstler,
den späteren Sächsischen
Künstlerbund. Sie wurde
zu zahlreichen Symposien,
Arbeitsaufenthalten, Stipendien
und Ausstellungen ins In-
und Ausland eingeladen.
Seit 1992 lebt sie als freiberufliche
Künstlerin. Hin und wieder
kann sie ihrem unablässigen
Fernweh, das sie auch durch
die Lektüre ihrer vielen
Lieblingsautoren (von Ausländer
über Camus, Kafka, Nooteboom
bis Zweig) immer aufs Neue
schürt, in eine der vier
Himmelsrichtungen folgen.
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